Derbytime

von Nils

 

Da war er, der große Tag, der die Herzen höher schlagen lässt! Der Tag, an dem es endlich wieder heißt: „Schalke gegen Dortmund, blau-weiß gegen schwarz-gelb, Herne-West gegen Lüdenscheid-Süd“, oder einfach: „schön gegen .... weniger schön“. Nach zwei Derbysiegen im letzten Jahr war trotz des derzeit mäßigem auftreten unsere Blauen die Vorfreude riesig.

Und so kam es, dass sich zahlreiche, wildentschlossene Rheinpott-Kanaken um 9:15 Uhr am Kölner Hbf versammelten, um rechtzeitig an der Glück-Auf Kampfbahn zu sein, wo die Ultras GE zum gemeinsamen einsingen geladen hatten. Noch vor Abfahrt gab es das erste Highlight des Tages: Die Derbyfrikadelle. Was im letzten Jahr prima geklappt hatte, sollte auch diesmal seine Zauberkraft beweisen und uns einen Sieg über den ungeliebten Nachbarn bescheren.

Nach einer munteren Zugfahrt über Duisburg , dem ein oder andern Kaltgetränk und Derbyfrikas, erreichten wir den Gelsenkirchener Hauptbahnhof und später die GAK. Zahlreiche Anhänger folgten dem Ruf der Ultras GE, machten sich auf der Tribüne der GAK breit und stimmten sich auf das Derby ein. Für gute Unterhaltung sorgten auch die Jugendspiele auf dem Platz der GAK. Sicherlich war es auch für die kleinen heranwachsenden Profis ein unvergessliches Erlebnis, denn wer kann schon von sich behaupten, dass sein verwandelter Strafstoß lautstark von ca. 2000 Menschen bejubelt wurde. Doch dann hieß es zusammenrücken, einhaken und lautstark mit viel Knall und Rauch auf den Gegner einstimmen. Spätestens jetzt war der grenzenlose Optimismus spürbar und alle waren heiß auf das Derby.

Weiter ging es zur Arena, jetzt schnell noch ein paar Kaltgetränke und Bratwürste und ab in den Block. Die tolle Atmosphäre wurde kurz vor dem Anstoß leider von ein paar unverbesserlichen Chaoten aus dem schwarz-gelben „Fanlager“ getrübt. Durch das Abbrennen von Feuerwerkskörper war zu befürchten, dass die Partie abgebrochen werden wird.

Das Spiel entwickelte sich aus Schalker Sicht eher schleppend. Immer wieder führte das frühe Pressing der Gelben zu schnellen Ballverlusten und überfallartigen Kontern. Folgerichtig viel das 1. Tor für den Gegner nach bereits 14 Minuten. Aus heiterem Himmel gab es die riesen Chance zum Ausgleich, jedoch konnte Boateng den eher fragwürdigen 11-Meter nicht nutzen. Bis zur Halbzeit passierte nicht mehr viel und irgendwie wollte auch keine richtige Hoffnung mehr aufkommen, denn zu groß war der Unterschied.

Nach dem Wechsel gleiches Bild: Lüdenscheid kombiniert, Schalke läuft hinterher. Folgerichtig erspielte sich der BXB nach 60 Minuten das 2. Tor. Der eingewechselte Max Meyer brachte noch mal mächtig Dampf in das Schalker Spiel. Meyer war es auch, der zum 1-2 verkürzte und die Arena endlich zum Erbeben brachte. Schalke spielte fortan mutiger und versuchte den Druck zu erhöhen. Jedoch nutzten die Gäste einen eiskalt vorgetragen Konter zum 1-3 und somit zur Entscheidung. Der Tag war gelaufen.

Trotz der gedämpften Stimmung machten wir uns auf den Heimweg um den Abend bei leckeren Kölsch, gemütlich und einigermaßen versöhnlich, ausklingen zu lassen.


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Rheinpott-Kanaken